Ermittlungen nach Tod im Koma

Ermittlungen nach Tod im Koma

Nach dem Tod einer 17-jährigen Psychiatriepatientin in Linz wird jetzt gegen zwei Ärzte ermittelt. Die Jugendliche starb im Mai nach einer umstrittenen Behandlung. Jetzt liegt ein Gerichtsgutachten vor.

Die 17-Jährige war im Zusammenhang mit einem Missbrauchsverdachtsfall in der Linzer Wagner-Jauregg-Klinik in Behandlung und zur Beruhigung in künstliches Koma versetzt worden. Laut medizinischem Gerichtsgutachten starb die junge Frau durch eine massive Überdosierung an einer Hirn- und Leberschädigung.

„Gewaltsamer Tod“

Im Gutachten ist sogar von einem „gewaltsamen Tod“ die Rede. Außerdem soll das Narkosemittel Brietal bzw. Methohexital laut Beipacktext bei Kindern und Jugendlichen nicht angewandt werden, heißt es im Gutachten.

Die Staatsanwaltschaft Linz bestätigt, dass nun gegen zwei Ärzte ermittelt wird. Dem Vernehmen nach sind es ein Psychiater, der die Entscheidung getroffen hat, die 17-Jährige in Tiefschlaf zu versetzen, und der in der Folge zuständige Anästhesist. Die Gerichtsgutachterin schlug aber auch vor, noch drei weitere Gutachten einzuholen, was die Staatsanwaltschaft auch tut.

Ein Psychiater soll prüfen, ob es vertretbar war, eine junge, massiv selbstmordgefährdete Patientin zur Beruhigung in künstlichen Tiefschlaf zu versetzen. Ein Anästhesist soll klären, ob eine Überdosierung in diesem speziellen Fall doch dem Stand der Wissenschaft entsprach.

Privatgutachten der gespag

Die Oö. Gesundheits- und Spitals-AG gespag holte bereits ein Privatgutachten eines Anästhesisten ein. Demnach soll der Tod der 17-Jährigen „schicksalhaft“ gewesen sein. Die hohe Dosierung des Narkosemittels Brietal soll den Empfehlungen in der medizinischen Literatur entsprochen haben, speziell für Patienten, die durch viele verabreichte Psychopharmaka schlecht auf das Narkosemittel ansprechen. Ob und wann es zu einem Prozess kommt, bleibt offen.

Keinerlei Anzeichen für ärztliches Fehlverhalten

Man sei an einer raschen und umfassenden Klärung interessiert und kooperiere eng mit der Staatsanwaltschaft, betonte die gespag nach Bekanntwerden des Gerichtsgutachtens. Aus heutiger Sicht stelle sich der Tod der Jugendlichen „als Folge einer Kombination von unglücklichen Umständen dar, die zu einer Komplikation mit Todesfolge geführt haben“.

Die gespag gehe davon aus, dass zu einer abschließenden Beurteilung noch weitere Gutachten einzuholen seien, so Unternehmenssprecherin Jutta Oberweger. Bis dato gebe es aber keinerlei Anzeichen für ärztliches Fehlverhalten und daher auch keine Grundlage für unmittelbare dienstrechtliche Maßnahmen.

Schwere Vorwürfe

Die 17-Jährige hatte sich Anfang September vergangenen Jahres einer Betreuerin im Spital anvertraut und angegeben, jahrelang von ihren Großeltern und zwei Nachbarn, darunter ein pensionierter Richter, gequält und sexuell missbraucht worden zu sein. Daraufhin wurde Anzeige gegen die vier Personen erstattet und Untersuchungshaft über die Verdächtigen verhängt. Im Oktober kamen sie wieder auf freien Fuß, nachdem das mutmaßliche Opfer immer mehr Widersprüche in den Einvernahmen aufwarf sowie Gutachten von Sachverständigen erstellt wurden.

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Über attalan

ich liebe die berge,meinen hund,fahrrad...ist leider vorbei-jetzt liebe ich meinen e-rolli :)....,internet,meine freunde,bücher und musik- vorwiegend klassisch, piano.....malerei, die kunst überhaupt und frankreich.......und ich bin islamkritisch.
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